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Anwendungsleitfaden + häufig gestellte Fragen

Aktualisiert: 18. Aug.

Zuletzt aktualisiert am 05.08.2026 von Kim Krämer


Du hast Fragen zur Anwendung meiner Produkte? Dann bist du hier richtig. Diese Seite ist mein zentrales Nachschlagewerk: kurze, konkrete Antworten auf alles, was mich regelmäßig per Mail und Discord erreicht - mit Links zu den ausführlichen Anleitungen, wenn du tiefer einsteigen willst.


Die Kurzfassung vorweg: Meine Living Soil ist gebrauchsfertig. Beutel auf, Erde in den Topf, bepflanzen, mit Wasser gießen. Im ersten Durchlauf brauchst du kein einziges Zusatzprodukt. Alles Weitere ist Feintuning.

Du willst den kompletten Plan?  Die beiden kostenlosen PDF-Leitfäden (Einsteiger & Profi) findest du in meiner Living Soil Anleitung für Anfänger & Profis.

Inhalte


1. Living Soil: Anwendung, Topfgröße & Gießen


Die Living Soil wird gebrauchsfertig in einem reißfesten Beutel, diskret versendet. Die Erde ist bereits vorfermentiert und gewässert, sodass du direkt bepflanzen kannst. Deine Pflanzen erleiden keine Verbrennungen durch zu scharfe Erde und haben von Anfang an einen sauberen Start.


Du musst nichts anmischen, nichts abmessen und nichts nachdüngen.


Bedingt durch die natürlichen Inhaltsstoffe kann es anfangs leicht nach "Bauernhof" riechen. Das legt sich innerhalb kurzer Zeit, spätestens wenn die Erde einmal angetrocknet ist. Faulig sollte sie allerdings nie riechen - das wäre ein Zeichen für zu viel Nässe.


Welche Topf- oder Beetgröße?

Situation

Empfehlung

Vorzucht / Wachstumsphase

Kleine Gefäße reichen, bis der Ballen durchwurzelt ist

Vollzyklus pro Pflanze

mindestens 15-20 Liter

Komfortabel & stabil

ab 30-50 Liter pro Pflanze

Beet mit Direktbepflanzung nach der Ernte

50-75 Liter pro Pflanze, Mindesttiefe 30 cm

Mehr Volumen bedeutet mehr Puffer: pH-Schwankungen gleichen sich langsamer aus, Nährstoffreserven reichen länger, das Mikrobiom hat mehr Raum. Ein gut geführtes Beet ab 50 Litern und mehr wird über die Zeit zu einem fast selbstregulierenden System.


In kleinen Töpfen ist der Boden nach einem Durchlauf oft so stark durchwurzelt, dass die Aufbereitung mehr Arbeit macht als im Beet. Möglich ist sie trotzdem - siehe Abschnitt 8.


2. Wasser, pH & EC


Direkt vorweg: Die allgemeine Wasserqualität ist wichtiger als der pH-Wert.


Chlor entfernen - bei jedem Gießen


Chlor und Chloramin schädigen das Bodenmikrobiom, und zwar jedes Mal, wenn du damit gießt - nicht nur beim Kompost-Tee. Leitungswasser deshalb 12-24 Stunden offen stehen lassen oder filtern. In Deutschland sind die Chlorwerte meist niedrig, aber sicher ist sicher. Gegen Chloramin hilft bloßes Stehenlassen nicht zuverlässig, hier braucht es einen Aktivkohlefilter. Regenwasser ist ideal, sofern sauber gesammelt. Aber auch darüber müssen wir uns in Deutschland nicht zu viele Gedanken machen, in der Regel reicht es, das Wasser abstehen zu lassen.


pH und EC (Idealbereiche) - Richtlinie kein MUSS

Wert

Zielbereich

pH

6,0 - 7

EC

50 - 600 µS/cm (25 - 300 ppm)

Ein gesunder Boden puffert den pH selbst, und die Wurzeln haben eigene Regulierungsmöglichkeiten. Im laufenden Grow musst du den pH deshalb meist gar nicht anpassen.


Je weicher das Wasser, desto schneller nimmt es den pH des Bodens an und desto unwichtiger wird das Anpassen. Regen- und Osmosewasser sind ideal und sollten nicht im pH korrigiert werden. Bei längerer Vegetationsphase oder kleinen Töpfen kannst du sie mit etwa 30% Leitungswasser verschneiden - die enthaltenen Mineralien stabilisieren den pH und liefern zusätzliches Calcium und Magnesium, sodass die Reserven im Boden länger reichen.


Kannst du weder pH noch EC messen? Kein Grund zur Sorge, dein Grow wird trotzdem funktionieren. In den allermeisten Fällen ist das Anpassen des pH-Wertes nicht notwendig und deine Wasserqualität ausreichend. Wenn du dich in der Tiefe mit dem Thema beschäftigen willst und ALLES lernen möchtest, was du zum Thema Living Soil und Gießwasser wissen musst, dann schau dir meinen ca. 43 Minütigen Vortrag auf Youtube an (kostenlos):


3. Grow Shot & Bloom Shot


Beides sind organische Granulate zum Einarbeiten in die oberste Erdschicht (Topdressing). Nach dem Einarbeiten leicht angießen.


Grow Shot - stickstoffbetont


Dosierung: 2-4 g pro Liter Erde.


Grow Shot gehört in die Aufbereitung zwischen zwei Zyklen - und erst ab dem zweiten Durchlauf. Im ersten Zyklus ist das Substrat mit einem organischen Langzeit-Stickstoffdünger vollständig ausgestattet. Ab Zyklus 2 ist diese Grundversorgung in kleineren Töpfen oder Beeten oftmals verbraucht: Dann versorgt Grow Shot das Mikrobiom und füllt gleichzeitig die Reservem für den nächsten Durchlauf auf.


Zum Anmischen mit gebrauchter oder nährstoffarmer Fremderde: bis zu 6 g pro Liter, gründlich untermischen und angefeuchtet 1-2 Wochen ruhen lassen.


Bloom Shot - Phosphor & Kalium


Dosierung: 1-3 g pro Liter Erde. Maximal zweimal pro Blüte.


  • Am unteren Ende (1-1,5 g/L): kleinere Pflanzen, frühe Zyklen, schwachzehrende Sorten

  • Am oberen Ende (2-3 g/L): große Pflanzen, starkzehrende Pflanzen


Bloom Shot ist ein organisches Granulat und wird erst über Wochen pflanzenverfügbar. Deshalb gibst du es mit Vorlauf: die erste Gabe in Blütewoche 1 (verfügbar ab BW2-4), die optionale zweite in Blütewoche 5 (verfügbar ab BW6-8). Das trifft genau das Fenster des höchsten P/K-Bedarfs.

⚠️ Wichtig: Zuviele Gaben sind kontraproduktiv. Zu viel Phosphor hemmt die Mykorrhiza-Symbiose - die Pilze arbeiten nur dann mit der Pflanze zusammen, wenn diese tatsächlich P-limitiert ist. Im ersten Durchlauf ist Bloom Shot ohnehin nicht nötig.

Häufige Fragen zu Grow & Bloom Shot


Brauche ich sie im ersten Durchlauf? Nein. Beide sind erst relevant, wenn du die Erde wiederverwendest, kleinere Töpfe als empfohlen nutzt oder ein sichtbarer Mangel auftritt.


Kann ich sie auch in anderen Erden verwenden? Ja, beide funktionieren auch in anderen Substraten.


Nach der Anwendung bildet sich weißer "Schimmel". Ist das schlimm? Nein. Das ist ein nützlicher Pilz, der bereits in der Erde vorhanden ist und organisches Material zersetzt, damit es pflanzenverfügbar wird. In meiner Living Soil stecken viele solcher gezielt eingearbeiteten Nutzpilze.


Was ist der Unterschied? Grow Shot ist stickstoffbetont und gehört in die Aufbereitung und Wachstumsphase. Bloom Shot liefert Phosphor und Kalium und gehört in die Blüte.


4. Terra ReMineral


Dosierung: ca. 2 g pro Liter Erde zur Erhaltung, 3-4 g/L bei pH unter 6,1. Nur in der Aufbereitung.


Terra ReMineral aus Basaltmehl, Gips, Bittersalz und Algenkalk liefert Calcium, Magnesium und Schwefel nach - also genau die Elemente, die über einen Grow hinweg verbraucht und von organischen Säuren aus dem Substrat verdrängt werden. Es hebt den pH leicht an und wirkt abgesäuerten Böden entgegen.


Im laufenden Grow brauchst du es nicht, weil das Substrat pH-stabil bleibt. Besonders wichtig ist es, wenn du überwiegend mit Regen- oder Osmosewasser gießt, weil dann keine Mineralien über das Gießwasser nachkommen.


Liegt der pH unter 5,9, arbeite zusätzlich etwas Algenkalk, Mg-Kalk oder Dolomitkalk ein - bevor der Kompost-Tee folgt.


5. Kompost-Tee


1 Liter Kompost-Tee Fertigmischung ergibt bis zu 60 Liter Gießlösung oder 110 Liter Blattspray.

Er kann in Stressphasen oder nach meinem Plan gegeben werden. Ideal auch bei der Aufbereitung von ausgelaugten Erden.

Anmischen


Stoffbeutel mit 1 Liter der Mischung füllen und in einen 10-Liter-Eimer mit chlorfreiem Wasser hängen. Etwa 50 g Melasse dazugeben und 12-24 Stunden mit einer Aquariumpumpe belüften (Zimmertemperatur reicht meist; falls nötig mit Heizstab).

Den fertigen Tee innerhalb von 4 Stunden verwenden. Danach lässt die Wirkung schnell nach, weil die Organismen rasch an Aktivität verlieren.

Die Melasse dient ausschließlich dem Anbrühen. Sie kommt nicht separat ins Substrat - freier Zucker im feuchten Boden bringt die Mikrobiologie eher aus dem Takt, während er im belüfteten Tee kontrolliert verarbeitet wird.


Dosierung

Anwendung

Verhältnis

Häufigkeit

Gießen

1:5

1× pro Phasenabschnitt

Blattspray

1:10 (gefiltert)

1× pro Phasenabschnitt, nur bis Blütewoche 4

Konkret heißt das: einmal in der Vegetation, einmal in der frühen Blüte (ca. BW3), einmal in der späten Blüte (ca. BW7). Zu häufige Inokulation in kurzem Abstand kann die stabilen Mikrobiom-Gemeinschaften stören, die das Substrat über Wochen aufgebaut hat.

Blattsprays immer nach dem Ausschalten der Lichter ausbringen - und ab Blütewoche 4, spätestens 5, komplett einstellen. Feuchtigkeit auf dichten Blüten ist der Hauptauslöser für Botrytis.

Die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung inklusive Variante aus eigenem Gartenkompost findest du hier: Kompost-Tee selber machen.


6. Roots, EM Aktiv & die Fermente


Diese Produkte sind kein Muss. Sie sind das Werkzeug für alle, die das System über viele Zyklen stabil halten und das Maximum an Ertrag und Terpenen herausholen wollen. Der vollständige Wochenplan steht im Profi-Leitfaden (PDF-Download in der Living Soil Anleitung).

Produkt

Dosierung

Wann

20 ml / 10 L · Einpflanz-Tränke 100 ml / 10 L

Wöchentlich, Veg bis BW7

Gießen 25-30 ml / 10 L

Nur in der Aufbereitung (Tag 0)

20 ml / 10 L

Nur Vegetation, max. alle 10-14 Tage

Gießen 20 ml / 10 L · Spray 100 ml / 10 L

2× pro Phase, Spray nur bis BW4

Gießen 10 ml / 10 L · Spray 50-100 ml / 10 L

Alle 2 Wochen, Spray nur bis BW4

ca. 50 g / 10 L Tee

Nur im Kompost-Tee-Brühprozess

Drei Regeln, die den Unterschied machen:


  1. Rotation statt Kombination. Nie alle Produkte auf einmal. Roots läuft als wöchentlicher Anker durch, alles andere rotiert.

  2. Melasse nie direkt zusammen mit EM ins Substrat. Zucker plus hochaktive Mikroben im feuchten Boden zehren den Sauerstoff auf - es entstehen faulige, anaerobe Zonen.

  3. Alle Mengen sind Wochengaben für eine einmalige Anwendung, nicht pro Gießvorgang. Wer mehrmals pro Woche gießt, gibt den Zusatz nur in einen dieser Gänge.


7. Kleemischung & Mulch


Klee und Mulch sind nicht zwingend erforderlich, helfen aber besonders in größeren Beeten: Sie liefern zusätzlichen Stickstoff, halten die Feuchtigkeit und verbessern die Bodenstruktur. Als Mulch eignen sich zum Beispiel Hanfschäben.


Regenwürmer lohnen sich ab etwa 30-50 Litern und vor allem im Beet - dort machen sie den Boden über die Zeit fast wartungsfrei. In kleinen Töpfen (15-20 L) setzen ihnen Feuchte- und Temperaturschwankungen zu, dort sind sie optional. Mehr dazu im Artikel über das Wood Wide Web und das Leben im Beet.


8. Erde wiederverwenden (Re-Amending)


Der wichtigste Schritt für alle, die den Boden über Jahre nutzen wollen - und der einzige, der etwas Arbeit macht. Kurzfassung:


  1. Ernte & Wurzeln: Stängel bodennah abschneiden, Wurzeln im Boden lassen. Nicht ausgraben, nicht umgraben.

  2. Mineralien & Stickstoff: pH messen (Ziel 6,0-6,7), dann Terra ReMineral (2 g/L) + Grow Shot (2-4 g/L, erst ab Zyklus 2) einarbeiten, leicht angießen.

  3. Mikrobiom-Reset: Nach 2-3 Tagen frischen Kompost-Tee ansetzen und über die gesamte Oberfläche gießen.

  4. Reifen lassen: 1-3 Wochen leicht feucht halten, mulchen. Geruch prüfen: erdig-frisch = bereit, faulig = mehr Zeit. pH nochmal messen, dann neu bepflanzen.


Gemütlich dauert das 3-4 Wochen, im Schnelldurchlauf gehen auch ein paar Tage bis 2 Wochen. Die vollständige Anleitung mit allen Details: Living Soil wiederverwenden - Schritt für Schritt.


9. Häufig gestellte Fragen


Muss ich die Erde sofort verwenden? Nein. Lagerung ist problemlos möglich - idealerweise kühl (unter 20 °C) und nicht zu trocken.


Kann ich indoor und outdoor damit anbauen? Ja. Outdoor kannst du sie in Kübeln nutzen oder direkt in ein vorhandenes Beet einarbeiten.


Muss ich Living Soil düngen? Im Grow nicht. Du gießt nur Wasser. Nachgelegt wird erst zwischen zwei Zyklen in der Aufbereitung.


Muss ich flushen? Nein. Living Soil ist von Natur aus sauber, ein separater Flush schadet eher. Nur wenn eine Messung ein echtes Salzproblem zeigt (stark erhöhter EC, sichtbare Salzränder, Lockout trotz korrektem pH), ist eine einmalige kontrollierte Auswaschung die berechtigte Ausnahme.


Wie oft kann ich die Erde wiederverwenden? Praktisch unbegrenzt. Mit dem Recharge wird der Boden von Durchlauf zu Durchlauf besser. Einige Kunden bauen seit über drei Jahren in derselben Erde an.


Kann ich überdüngen? Kaum. Nährstoffe werden erst durch das Bodenleben aufgeschlossen und stehen dadurch nur in den Mengen zur Verfügung, die die Pflanze anfordert.


Woran erkenne ich, dass mein Boden gesund ist? Am Geruch (erdig-frisch), an der krümeligen Struktur und am sichtbaren Bodenleben. Details: Wie erkennt man eine gesunde Bodenbiologie?


Ich habe Trauermücken - was jetzt? Ruhig bleiben, das ist normal und lösbar, ohne dein Bodenleben zu zerstören. Der komplette Plan mit Nematoden, Bti und IPM: Trauermücken biologisch bekämpfen.


Meine Pflanze zeigt einen Mangel - was tun? Erst prüfen, ob wirklich ein Mangel vorliegt und nicht ein Gießproblem. Hilfestellung: Nährstoffmangel erkennen und behandeln. In Living Soil treten Mängel deutlich seltener auf, und behoben werden sie über den Boden, nicht über mineralischen Dünger.


Funktioniert das auch für Tomaten, Chilis und Gemüse? Absolut. Gerade Starkzehrer profitieren stark davon.


Wo finde ich den vollständigen Wochenplan? In meinen beiden kostenlosen Leitfäden - Download in der Living Soil Anleitung für Anfänger & Profis.


Du hast eine Frage, die hier nicht beantwortet wird? Schreib sie in die Kommentare, komm auf meinen Discord-Server oder schau auf meinem YouTube-Kanal vorbei. Diese Seite wächst mit euren Fragen.


Bleibt grün,


Kim Immanuel Krämer 

- Gründer von Couple of Plants


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